Szenische Künste & Medien
Ästhetische Praxis an den Schnittstellen der Künste
Meine Arbeit als Szenischer Künstler ist nicht einzig in einem definierten Feld, sondern transdisziplinär in denjenigen Bereichen unterschiedlicher Kunstformen zu sehen, die sich mit dem Gegenstand des „Inszenierens“ oder auch des „in Szene setzens“ beschäftigen. Meist überschneiden sie sich sogar. Für mich spielen klassische Formen wie Theater und Film, sowie Bereiche der bildenden Kunst, Installation und Performance, eine Rolle. Innerhalb neuer Formen künstlerischer Möglichkeiten ist die Entwicklung von Interfaces und die Livevideobearbeitung in Echtzeit dank der grafischen Programmiersprache Max/MSP und Jitter sowie Isadora eines meiner Arbeitsfelder. Vor dem Hintergrund meiner szenisch-künstlerisch kulturvermittelnden Ausbildung in Hildesheim ist die experimentell forschende Praxis, oft auch in kollektiven Arbeitsformen Grundlage meiner Arbeit.
Im Strudel der Medien
„In der Auseinandersetzung mit den Medien begeben wir uns zunächst in einen Strudel der Abhängigkeit, um schließlich einen reflexiven Blick auf diese Beziehung entwickeln zu können. Für diese Forschung benutzen wir das Theater als Assoziationsraum. Es ist auch der Versuch, Theater nicht als szenische Umsetzung zu betreiben, die sich der Medien bedient, sondern umgekehrt zu betrachten, welche Szenen sich aus der Betrachtung von Medien ergeben. Wir laborieren im Feld digitaler Medien.“
(aus einem Werkstattgespräch mit Sami Bill, Robin Krause und Stefan Köhler/ Projekt A.R.I.E.L. am 24. April 2008)
„The medium is the message“. Für den kanadischen Medientheoretiker Marshall McLuhan ist nicht der Inhalt eines Mediums bedeutend, sondern seine Form selbst. Die Art und Weise, in der ein Medium unsere Wahrnehmung umformt, erweitert und bestimmt, ist die Botschaft, welche vermittelt wird. Sein Ziel ist es, ein Bewusstsein für diese konstitutive Energie der Medien zu erreichen.In der Erläuterung seiner Auseinandersetzung mit den Medien zitiert McLuhan Edgar Allen Poe`s Kurzgeschichte A Descent into the Maelström von 1841: Ein norwegischer Fischer gerät mit seinem Bruder in einen Strudel, der ihr Schiff in den Abgrund zieht. Der Protagonist kann sich retten, indem er die Vorgänge im Strudel genau beobachtet und bemerkt, dass es von der Größe, dem Gewicht und der Form eines Objektes abhängt, wie schnell es im Sog nach unten gezogen wird. Er lässt vom Mast des Bootes ab und klammert sich an ein Fass, welches ihn sicher aus dem Strudel trägt.
